Donnerstag, 04. September 2008: Madonna kam in die LTU-Arena Düsseldorf. Mit ca. 38.000 Zuschauern nicht ausverkauft (Fassungsvermögen: ca. 44.100 Zuschauer), was wohl an den hohen Eintrittspreisen gelegen haben könnte, vielleicht zum Teil auch am Auftrittstag unter der Woche. Ich hätte also nicht direkt am ersten Vorverkaufstag mir meine Karte sichern müssen – aber lieber so, als das man am Ende nicht die gewünschte Preiskategorie bekommt oder sogar ohne Ticket dasteht.
Die Vorfreude (eigentlich schon mit dem Ticketkauf vor mehreren Wochen ausgelöst) stieg am Mittwoch langsam an – am Veranstaltungstag selbst begann es dann so richtig, als ich meinen Sitzplatz in der LTU-Arena gefunden hatte (findet man ohne Probleme, alles gut ausgeschildert). Im Übrigen fand ich die Sitzschalen diesmal wieder viel zu hart. Für Fußballfans von mir aus, aber wenn man da teilweise doch stundenlang sitzt….
18:15 Uhr angekommen, 19:30 Uhr sollte es losgehen. Keine großen Warteschlangen am Einlass, ein kurzer Blick in den Innenraum der Halle – mehrere tausend Leute drängelten sich bereits vor der an der Längsseite aufgebauten Bühne. Auf Grund meiner Sitzplatzreservierung reicht es völlig, wenn ich ca. 20-30 Minuten vorher reingehe. Draußen, wie immer, noch Leute geguckt und schließlich Richtung Platz begeben. Der Innenraum wurde voller und voller und ein anfänglich doch leerer befürchtetes Stadion füllte sich stetig.
Alterschnitt dürfte so bei 35-38 Jahren gelegen haben, würde ich sagen.
Rechts von mir saß ein typischer „Homer Simpson“-Typ: War eigentlich immer damit beschäftigt, dass ein Biervorrat nicht ausging (ca. 4x hat er Nachschub geholt), ist während der Wartezeit auf Madonna (kam mehr als 30 Minuten später) mehrfach ganz knapp am Einschlafen und zur Seite kippen und maulte mehrfach: „LAAANGWEILIG!“.
Sehr amüsant! Während der Show hat er vereinzelte Textfragmente „mitgesungen“ und ein „Man, ist das geil“ kam auch mehrfach. Aber war schon in Ordnung.
Links von mir saß ein Herr aus Dänemark (extra angereist und nicht das erste Mal für Konzerte in Deutschland – da will ich gar nicht wissen, was den das alles gekostet hat), mit dem ich ein paar Worte gewechselt hab (nein – ich kann kein dänisch, aber er deutsch).
Völlig unverständlich war mir allerdings, dass seine Tochter mit war. Ca. 6 Jahre alt!
Und die Karte hat 193,25 € gekostet! Wenn das Kind wenigstens großes Interesse an dem Ganzen Spektakel gehabt hätte… Aber außer Krach und bunten Farben nimmt man in dem Alter in der Regel nicht soviel wahr. Nach ca. 60 Minuten fing das Kind an zu heulen, der Mann ging kurz mit ihr raus, kam aber nach 5 Minuten (mit Tochter) wieder.
Meiner Meinung nach sollte man Kinder in dem Alter nicht mitnehmen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.
Als Voract kam übrigens Sängerin Robyn, die mit vielen elektronischen Elementen in ihren (bei uns nahezu unbekannten) Songs mir schon mal wirklich gut gefallen hat. Da wird noch das ein oder andere Album in meine Sammlung wandern.
Madonna ließ dann noch einige Zeit auf sich warten. Die Gelegenheit nutze „Homer Simpson“, sich noch 2x Bier zu holen (jeweils 0,5 Liter – er hätte wohl auch ein Fass genommen, wenn verfügbar). Aber dann ging es doch irgendwann los….
Links und rechts der Bühne hingen große Vorhänge mit einem „M“, nach vorne hatte die Bühne noch einen Steg, der einige Meter Richtung Publikum führte. Außerdem gab es mehrere versenkbare Hebebühnen, 2 große Leinwände links und rechts, eine Haupt-Leinwand auf der Bühne, 2 kleinere, bewegliche Leinwände und von der Decke wurde bei manchen Szenen eine Art Würfel mit Lamellen, der die ungefähre Größe von 2 Klavierflügeln hatte, eingesetzt. Auf diesen konnten noch diverse Grafiken, Bilder etc. projiziert werden.
Einsatz der Videoleinwände mit diversen Szenen (Kugel rollt auf einer Kugelbahn etc.), die Boxen machen schon ordentlich Krach (aber der Sound allgemein war absolut super! Nie zu laut, aber mit einer gehörigen Menge an Power).
Die beiden Videowände glitten auseinander, eine weitere Wand drehte sich und…. Da saß Madonna auf einer Art Thron. Der Jubel der Menge erreichte ihren ersten Höhepunkt.
Insgesamt war die Stimmung durchweg gut. Highlights stellten mit Sicherheit „Like a prayer“, „Devil wouldn’t recognize you“, „Borderline“, „Into the groove“, „Give it 2 me“, und „Vogue“ dar.
Im Mittelpunkt standen die Songs vom neuesten Album “Hard Candy”, aber auch Klassiker aus der Anfangszeit, “You must love me” vom Evita-Soundtrack oder “Music” waren vertreten. Tanzeinlagen von Madonna und den Tänzern gab es reichlich. Madonna war nahezu ständig in Bewegung. Das äußerst knappe Outfit war nicht so mein Fall, aber gehört eben zu dem entsprechenden Album & Tour (siehe Cover).
Neben den höhenverstellbaren Bühnen, dem für einen Song auf die Bühne gefahrenen Wagen sowie Tänzern und Backgroundsängern war die Lichtshow auch eine beeindruckende Sache.
Klar – die Genialität von Pink Floyd (1994er Divion Bell-Tour) wurde nicht erreicht, aber es war schon mehr als ansprechend!
Eines der Highlights:
Bei „Devil wouldn’t recognize you“ projiziert die Lichtanlage Wassertropfen, Regen etc. auf den „Lamellenwürfel“, langsam beginnt die Musik…. Die Projektion hört auf und in diesem „Würfel“ stehen ein schwarzer Flügel, ein Pianist sowie (sitzend) eine in schwarz vermummte Gestalt – Madonna. Diese singt den Song, nimmt langsam den Mantel ab, zwischendurch immer mal wieder Projektionen. Nur schwer zu beschreiben, aber DAS war wirklich klasse.
PS: Auf Youtube findet sich der Song sowie einige weitere Ausschnitte und Songs aus dem Konzert in mehr oder weniger akzeptabler Qualität. Unbedingt mal reingucken
(Tag: Madonna LTU Arena 2008, 04.09.08 Madonna etc. – meist finden sich die anderen Links ganz schnell, wenn man einen erstmal angeklickt hat)
Das Konzert dauerte insgesamt 110 Minuten – Zugaben gab es leider keine, aber so ist es eben bei einigen Künstlern.
Der Rückweg lief auch ohne Probleme. Die 4. Bahn hab ich genommen, am Hauptbahnhof hatte der olle Zug zwar 10 Minuten Verspätung und ich musste so ca. 25 Minuten warten, aber war kein Beinbruch. Wie oft stehe ich schon da?
Zuhause dann ins Taxi gestiegen (um 1:15 Uhr fährt da kein Bus mehr) und 1:30 Uhr zu Hause gewesen.
Nachdem ich Mutter gesagt hatte, dass ich keine 15 € fürs Taxi zahle – hat Mutter bezahlt….
Fazit: Ein absolute überzeugendes Konzert, was durch Bühnenshow, Sound und Lichteffekte überzeugt hat. Der direkte Draht zum Publikum (Dialoge, Mitsing-Passagen, kurze Infos zu Songs etc.) fehlte und auch für Freunde von emotionaler, berührender Musik war zu wenig geboten, aber Madonnas Musik füllt diesen Bereich nun mal eher begrenzt aus. Power-Sounds standen ganz klar im Vordergrund. Den Publikumskontakt hat ein Bruce Springsteen besser drauf, die emotionaleren Momente bringt Mark Knopfler. Jeder Künstler ist verschieden und bedient nicht immer die gleichen Anforderungen.
Toller Abend – der sich vielleicht in ein paar Jahren wiederholen lässt….
PS: Jetzt geht es am 17.09. zu R.E.M. – da freue ich mich auch schon!
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