Montag, 23. Februar 2009

The Australian Pink Floyd Show - Konzertbericht

The Australian Pink Floyd Show

13.02.09
live in König-Pilsener-Arena (Oberhausen)

Das potentielle Fassungsvermögen von mehr als 12.000 Zuschauern wurde an diesem Abend in der König-Pilsener-Arena bei weitem nicht ausgeschöpft. Der vorgezogene Bühnenaufbau nahm ein Viertel des Zuschauerbereiches ein, der Innenraum war bestuhlt. Zu meinem Entsetzen fand man in dem so ohne hin schon verkleinerten Zuschauerraum immer wieder deutlich sichtbar freie Plätze. Eine Tatsache, die dieser fantastische Formation aus Australien nicht gerecht wird. Mit Preisen von maximal gut 50 Euro (ohne Gebühren) und einem Zielpublikum jenseits der 40 Jahre wurde zudem eine breite Fangemeinde angesprochen. Leider fand dieses nicht so zahlreich den Weg nach Oberhausen. Unverständlich.


Wer Pink Floyd niemals live erleben durfte (mich eingeschlossen), der kennt zumindest zahlreiche Auftritte von diversen Konzertmitschnitten (TV, DVD) oder Live-Alben. Entsprechend hoch waren somit die Erwartungen an die australische Formation – aber auch realistisch. Die faszinierende Light-Show von Pink Floyd kann man nicht in diesem Ausmaß kopieren. Gründe sind neben fehlenden technischen Voraussetzungen sowie Platzmangel auch ganz klar im finanziellen Bereich zu finden. Dementsprechend gab es eine deutliche abgespeckte „Light-Version“, die mit leichtem Nebel, grünem Laser und farbigem Licht aber trotzdem für Gefallen sorgte und nicht als billige Disco-Funzelei unterging.

Hinter den Hauptprotagonisten sorgten Zeichentrickausschnitte aus „The Wall“ für die optische Umsetzung der vorgetragenen Songs auf einer Großleinwand.
Backgroundsängerinnen sowie Sänger Ian Cattell sorgten hier und da für ein wenig Abwechslung, ansonsten galt dasselbe wie für die großen Originale: Zelebrieren des perfekten Sounds mit bombastischen Arrangements und filigraner Instrumentalisierung – ohne große Gesten.

Ein besonderes Highlight bot dann im Zugabenteil (unter anderem „Shine on you crazy diamond“) ein riesiges, aufblasbares Schwein mit glühend roten Augen. Nicht im ersten Moment zu bemerken, dann aber doch von den Leuten fasziniert aufgenommen.


Die erneut hervorragende Akustik in der König-Pilsener-Arena machte die Songs der Australian Pink Floyd Show zu einem Hörvergnügen. Keine verzerrten Geräusche, Quietschen oder übertrieben eingestellte Regler. Der „Lärmpegel“ war genau richtig gewählt und hätte auch mit höherer Lautstärke noch immer überzeugt.


Die Musiker der „Australian Pink Floyd Show“ waren schon von Beginn an in der Lage mit grandiosem Gesang und Instrumentalisierung dem vorgegebene Konzept der großen Originale nachzueifern. Jedes Lied wirkte authentisch und so gar nicht wie die Musik einer Coverband ohne eigene Songs. Ob die erstmalig einsetzende Gänsehaut beim langen Intro zu „Another Brick in the Wall, Part 2“ sowie dem Chor-Refrain, die Vorfreude auf das Weltklasse-Gitarrensoli zum Ende von „Comfortably Numb“ oder einfach nur das absolut stimmige Gesamtkunstwerk und die perfekte Transportierung des „Pink Floyd-Gefühls“. Bombastische Klänge, druck- und gefühlvoll interpretiert und dabei stets ganz dicht am Original.


Die Stimmung war dagegen zunächst eher reserviert. Applaus bei jedem Song, ein reihenübergreifendes Kopfnicken bei den Basstönen zu „Another Brick in the Wall“ – die wirkliche Atmosphäre wurde nur durch das Können der Musiker auf der Bühne erzeugt, die Zuschauer taten dafür eher weniger. Erst mit der Zeit wurde es etwas lockerer – bis hin zu großem Applaus und Begeisterung bei „Comfortably Numb“ oder „Wish you were here“. Natürlich ist die Musik von Pink Floyd nicht zum Mitklatschen oder für einen Publikumschor geeignet. Somit war die fehlende Ausgelassenheit der Anhänger auch ohne weiteres zu verschmerzen. Gegen Ende der Show standen die Zuschauer dann doch das ein oder andere Mal, vereinzelt reckten Hände nach oben.


Nach 150 Minuten Spielzeit verließen die Australier nach „Wish you were here“ die Bühne und wurden frenetisch gefeiert. Und das völlig zu Recht. „The Australian Pink Floyd Show“ hätte mit dieser Formation das Potential zu einer Weltkarriere – wenn Pink Floyd nicht schon da gewesen wären. Weder an Stimmvolumen, Ausdrucksstärke oder spielerischem Können mangelt es der Gruppe. Hier könnte mit eigenen Songs ein Album der allerersten Klasse entstehen. Inwieweit Motivation, Umfeld und Songwriter-Qualitäten dies erlauben, steht auf einem anderen Blatt.

Überzeugendes Konzert, was einem zumindest für zweieinhalb Stunden vergessen lässt, dass die Legende Pink Floyd nie mehr live zu bewundern sein wird. An die Namen der Mitglieder, geschweige denn die Gesichter wird sich wohl niemand mehr erinnern – an die Show dafür umso mehr. Weltklasse!

Karneval

Karneval ohne Pappnasen, Straßensperren, nervige Rosenmontagsumzüge oder tagelange Prunksitzungen überstanden. DVD-Sammlung, Internet und Nacharbeit der Weiterbildungsunterlagen sei Dank.

Freitag war im Büro fast niemand anwesend - die meisten Kollegen waren bezüglich Karneval/Altweiber oder Altglasentsorgung unterwegs.

Ein Kollege brachte Frikadellen und Kartoffelsalat mit. Da die Arbeit nach kurzer Zeit bereits erledigt war, wurde der Tag gammelnd und mampfend zu Ende gebracht.

Donnerstag geht es übrigens zu "Polarkreis 18" nach Bochum. Mal gespannt, wie mein erstes Stehplatzkonzert so wird. Und "freie Platzwahl" macht die Sache sicherlich nicht einfacher.

Freitag (natürlich genauso Resturlaub wie am Donnerstag zuvor) dann ab ins Konzerthaus Dortmund, um "Klee" unplugged zu erleben.

Samstag, 14. Februar 2009

Alle doof - außer ich!

Eine äußerst nervige Woche im Job ist zum Glück vorbei. Viel Gelaber und Palaver um nix und wieder nix. Manchmal (und leider immer wieder) hat man den berechtigten Eindruck, dass da nur Idioten rumlaufen. Keine Einsicht, kein Verstand. Aber Hauptsache, man macht einen riesen Aufstand und fühlt sich pausenlos im Recht.
Und wenn man dann sagt: "Dann gehen Sie doch zum Abteilungsleiter oder Geschäftsführer"... dann traut sich wieder keiner. Obwohl das wirklich mal angebracht wäre, damit jemand diesen völlig beknackten Leuten mal deutlich vor Augen hält, dass man an deren Stelle mal lieber die Fresse halten sollte...

Heute beginne ich mal mit der Nachbereitung des ersten Weiterbildung-Blocks.
Viel Arbeit, aber da kommt man schon rein

Samstag, 7. Februar 2009

Überlebt!

So - erstes Modul der Weiterbildung mit 6 Tagen am Stück überstanden...
Es schlaucht, man hat für nix Anderes Zeit. Die Leiter der jeweiligen Kurse
(hier waren es zwei verschiedene "Referenten") waren nett, konnten die große Menge
an Stoff gut erklären und rüberbringen.

Für die nächsten 1-3 Tage will ich von dem ganzen Krempel nix mehr sehen, danach
beginnt die Nachbearbeitung. So wird es dann das ganze Jahr über ablaufen. Mehr oder
weniger jeden Tag Zusammenfassungen schreiben und lernen.

Immerhin fühle ich mich nicht auf verlorenem Posten. Interessante Themen, die mir vom Grundsatz her nicht fremd sind und als "machbar" einzustufen sind.

Jetzt brauch ich aber erstmal RUHE!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Tina Turner – 14.01.2009 live in Lanxess Arena (Köln)

Zu Tausenden „pilgerten“ die Menschen durch den unterirdischen Bahnhof von Köln/Deutz in Richtung Lanxess-Arena. Nach acht Jahren Abwesenheit von der internationalen Bühne war das Wiedersehen bei Fans und Sängerin groß. Die damals angekündigte Abschiedstournee sollte also doch noch nicht der endgültige Abschluss sein. Und es sollte sich lohnen… Keine Spur von einer gequälten Wiederkehr oder gar einer überforderten Künstlerin. Im Gegenteil. Mit dieser Ausdauer, sympathischen Art, Stimme und Charisma sollten die Fans Tina Turner in Erinnerung behalten… Dank eines Schnäppchens bei Ebay war ich dabei.

In der nahezu vollbesetzten Arena boten drei Videoleinwände – eine davon direkt als Bühnenhintergrund, etwas oberhalb der eigentlichen Bühne – eine gute Sicht auf die Protagonisten. Der Videowürfel kam allerdings nicht zum Einsatz.
Von meinem Sitzplatz aus allerdings auch völlig überflüssig. Auch die Leinwände fanden auf Grund des äußerst guten Sitzplatzes nur eher selten Anwendung.

20:20 Uhr fiel der rote Vorhang – auf einer ca. 10 Meter hohen Bühnenkonstruktion begann Tina Turner ihre Show vor geschätzten 14.500 Zuschauern, die ihr bereits zu Beginn zu Füßen lagen.
Atemberaubend klare, starke und kraftvolle Stimme sowie der sichtliche Spaß an der Begeisterung der Zuschauer und der eigenen Musik übertrugen sich in positive Emotionen des Publikums. Beide Seiten waren sofort mit viel Freude und Enthusiasmus bei der Sache. Eine Ausstrahlung und Präsenz, wie sie in der heutigen Zeit nur ganz wenige Künstler haben.

Turner kam in den bekannten Miniröcken, wechselte vier bis fünfmal das Outfit, unter anderem im „Mad Max“-Kostüm und sorgte stets für Begeisterung beim Publikum. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Ideal der zu dünnen Stars und Sternchen zeigte Tina ein paar Pfunde mehr, die jedoch gut zur ihrer Erscheinung passten und ein stimmiges Gesamtbild ablieferten.

Neben guten Backgroundsängerinnen brillierte John Miles an der elektrischen Gitarre. Von ansprechendem „Personal“ in Szene gesetzt, konnte Turner zu Höchstform auflaufen. Mit viel Engagement und Power trug die 69jährige US-Amerikanerin Rock and Roll vom Feinsten vor.

Zunächst erinnerte der Sound an eine leicht breiige Mischung aus Stimme und Musik, die nicht problemlos zu filtern war. Dieser Eindruck gab sich allerdings.

Tina Turner präsentierte ihre Songs und lies ruhigere Sachen eher außen vor. Hier wäre wünschenswert gewesen, wenn mehr Stücke aus der Spätphase, „In your wildest dreams“, „Whatever you want“ oder „On silent wings“ beispielsweise, dem fast durchweg rockigen Sound etwas Abwechslung gegeben hätten.

Das Publikum bewegte sich in ähnlichen Gefilden wie bei Katie Melua (!). Eine relativ ausgeglichene Mischung aus Damen und Herren, deren Altersdurchschnitt sich irgendwo bei 45 bis 50 Jahren eingefunden haben dürfte.

Großer Jubel bei jeder Tanzeinlage, Begeisterung bei jedem Song. Geschätzte 14.500 Fans in der offiziell ausverkauften Lanxess-Arena bescherten der 69jährigen einen Tourauftakt nach Maß.

Tina Turner zeigte sich auf der Bühne gewohnt bewegungsfreudig und wirkte zu keinem Zeitpunkt überfordert, albern oder ausgelaugt. Jemand, dem man die Freude an der Bewegung und der Musik jederzeit anmerkte. Eine 30-minütige Pause nach etwa 50 Minuten Spielzeit und anschließend zwei oder drei ruhigere Songs sitzend zu bestreiten tat dem Eindruck der ewig energiegeladenen und frischen Tina Turner überhaupt keinen Abbruch.

Erneut großer Jubel brandete bei der Zugabe „Notbush City Limits“ auf. Hier drehte Tina Turner noch mal richtig „am Rad“, kam mit einer ausfahrbaren Hydraulikbühne ganz nah an die Zuschauer auf den Unterrängen heran, bewegte sich sicher auf dem ausgefahrenen Steg über den Köpfen der ersten Innenraumblöcke und vermochte die Zuschauer auch ein letztes Mal in ihren Bann zu ziehen.


Tina Turner zeigte die erwartet souveräne Show, in welcher die US-Sängerin mit perfekter Stimme sowohl Rocksongs als auch Balladen scheinbar ohne Anstrengungen, Fehler oder Schwächen mehr als gekonnt präsentierte. Auf den Studioalben seit den 80er Jahren doch eher etwas poppig geraten, kamen die Songs live allesamt als ausgewachsene Rock and Roll-Nummern beim begeisterten Publikum an. Hier und da gab es mal etwas ruhigere Töne – der Hauptteil gehörte aber ganz klar dem Rock der ersten Karrierejahrzehnte. Turner wirkte nie peinlich. Im Gegenteil. Nach 120 Minuten Spielzeit war ein gelungenes Konzert vorbei, bei dem man sich mehr Stücke der letzten Alben gewünscht hätte – denn auch auf „Wildest Dreams“ und „Twenty Four Seven“ findet sich deutlich mehr als Füllmaterial.

Eine beeindruckende Persönlichkeit und musikalisch mit Sicherheit auch im Alter von fast 70 Jahren eine der größten, vielleicht sogar die größte Rocksängerin aller Zeiten, deren Live-Show man sicherlich mal miterlebt haben will. Lohnenswert - auch für Leute der jüngeren Generation!

Sonntag, 1. Februar 2009

Morgen geht es los

Die letzten, entspannten Stunden bevor es am Montag, 2. Februar 2009, zum ersten "Modul" (also Unterrichtsblock) meiner Weiterbildung geht.
Interessant wird neben dem inhaltlichen Themenblock auch der ganze Ablauf der Weiterbildung, Anzahl und Niveau der anderen Kursteilnehmer sowie der in Heimarbeit anfallende Lernanteil. Wieviel muss man zu Hause machen? Bekommt man Lernaufgaben? Läuft es ab wie in der Berufsschule?

Fragen über Fragen, deren Antworten ich nach der ersten Woche mit Sicherheit geben kann... Anstregend wird es bestimmt, aber auch nicht unmöglich. 9 Uhr bis 17 Uhr klingt nach sozialen Zeiten, im Endergebnis wird es aber darauf hinauslaufen, dass ich 12 Stunden lang unterwegs sein werde.

Angefangen mit der ersten Busfahrt zum Hauptbahnhof, über den Regionalexpress (oder S-Bahn), einen kleinen Fußmarsch und eben das ganze Gegurke zurück. Ankunftszeit "back home" rechne ich mit 18:45 Uhr bis 19:15 Uhr.

Zum Glück sind die Blöcke aufs ganze Jahre verteilt, nur insgesamt sechs Stück und nur zweimal wirklich ganze sechs Tage am Stück...